Ausbildung zur Dialogbegleiter*in startet im Oktober 2019

Durch die allgegenwärtige Beschleunigung der Arbeitsabläufe wie auch die Ökonomisierung fast aller Lebensbereiche verengt sich der Blick auf die Menschen in Kindergärten, Schulen und Organisationen. Über das Managen, Dokumentieren und Evaluieren von Kennzahlen, Kern- und Teilprozessen, verlieren viele Menschen gerade in Helfenden Berufen den Kontakt zu sich selbst sowie zu den Menschen, mit denen sie es zu tun haben. Viele leiden darunter, weil sie fürchten, einen Teil ihrer Kreativität einzubüßen. Die eigene Lebendigkeit, der Sinn ihres Handelns und die Begegnung zwischen den Menschen bleiben dadurch nicht selten auf der Strecke.

Im dialogischen Prozess besinnen wir uns zunächst auf den Bereich des Zwischenmenschlichen. Es geht dabei nicht um Wissensvermittlung, sondern um ein Bewusstmachen des meist reichlich vorhandenen Wissens in einem Raum, der Beziehung und Begegnung ermöglicht und Austausch statt Belehrung anbietet. Im Dialogprozess entwickeln sich Menschen miteinander – menschliche Entwicklung ist ohne Begegnung und dialogische Beziehung kaum möglich. Der Dialog ermöglicht einen gemeinsamen Erkundungsprozess in dem die Fragmentierung des Denkens und Handelns in uns und unserer Zeit bewusst werden.

Weitere Informationen zur Ausbildung beim Paritätischen Bildungwerk (Bundesverband – www.pb-paritaet.de/)

Dialog als Kreisprozess und schöpferischer Weg der Kommunikation

Artikel von Jana Marek und Johannes Schopp

Wir leben in einer Zeit und in einer Gesellschaft, in der es für viele Menschen,
insbesondere für Eltern, Pädagogen, Kinder und Jugendliche, Therapeuten, Ärzte und
Lehrer existentiell wird, mit sich selbst in Kontakt zu kommen und einen Sinn jenseits
der reinen Funktionslogik von Leistung und Konkurrenz zu finden.
Wir brauchen Orte an denen Menschen sich verbunden und aufgehoben fühlen, damit
sie angstfrei lernen und ihr Potential entfalten können. Alte Konstrukte von Bildung und
Erziehung müssen transformiert werden, damit Beziehungs- und Bildungsprozesse
menschlich werden und die Kreativität Raum erhält. Wie kommen wir zu unserem
Tiefenwissen, wie gelingt eine ICH – DU Begegnung? Wie entsteht Verbundenheit?
Der dialogische Prozess im Kreis als uralte und allen Menschen vertraute Form des
Zusammenseins, schafft Raum für die Erfahrbarkeit dieser Qualitäten. Im Umgang
miteinander, im Alltag, in der Beratung, im Hilfeplan-Gespräch und im Seminar hilft die
Infrastruktur des Dialogs, sowohl den Klienten, Eltern, Großeltern, Kindern und Jugendlichen
als auch den professionellen Helfern, sich selbst und andere besser kennen zu lernen und
eigens ihren Weg im Miteinander zu finden. Auf der anderen Seite macht er die Profis, die
sich als Teil des Dialogprozesses sehen, sensibel und hilft ihnen, ihre eigene Menschlichkeit
zu finden und zu spüren. Das wiederum trägt in der Begegnung mit Menschen zu tieferem
Verständnis und Verbundenheit bei, und es schützt sie vor Hochmut und vor Besserwisserei.
Dieser radikale Paradigmenwechsel verändert unser Denken und unsere Art, Menschen zu
begegnen, vollständig.

(…)

Die vollständige Fassung des Artikels als PDF zum Download

Bildquelle: © Verlag Barbara Budrich